Microsoft zerschießt Defender:
Virenscanner streikt nach neuen Updates

Eigentlich wollte Microsoft eine Sicherheitslücke schließen, doch ein aktuelles Update legt den Windows Defender nun offenbar teils lahm. Weltweit berichten Nutzer von abstürzenden Virenscans und beendeten Diensten.
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WinFuture/KI-generiert
    UPDATE 20. August: Microsoft hat mittlerweile eine weitere Defender-Aktualisierung veröffentlicht, die über Windows Update zur Verfügung steht und die Probleme behebt. Der Fix ist ab der Signatur-Version 1.457.236.0 enthalten.

    Patch legt Defender lahm

    Microsoft hat gerade erst seine Windows-ISOs mit neuen Defender-Paketen aktualisiert. Jetzt hat das Unternehmen offenbar jedoch mit einem weiteren und vor allem fehlerhaften Update die Scan-Funktion des hauseigenen Defenders unter Windows unbrauchbar gemacht. Eigentlich wollte das Unternehmen eine kritische Schwachstelle schließen. Stattdessen führt das Update dazu, dass der Virenscanner seine Arbeit unerwartet abbricht. Betroffen sind sowohl Heimanwender als auch Unternehmen, die sich auf den integrierten Schutz des Betriebssystems verlassen.

    Die Symptome sind auf den meisten Computern identisch. Starten Anwender einen Schnellscan, bricht der Vorgang bei 75 bis 80 Prozent ab. Gleichzeitig beendet sich der im Hintergrund laufende Bedrohungsschutz vollständig. Unter Windows 11 startet das System den Dienst dann oft automatisch neu. Bei älteren Versionen ist jedoch teils ein manueller Eingriff erforderlich. Auch der tiefergehende Offline-Scan bleibt unerwartet stehen.


    Betroffene Versionen

    Wie zuerst Günter Born auf seinem Blog berichtete, gibt es mittlerweile mehrere Meldungen zu der Problematik. Nutzer verbrachten teils Stunden mit der Fehlersuche. Sie vermuten oft fälschlicherweise einen aktiven Virenbefall. Ursprung des Fehlers ist vermutlich jedoch der Versuch von Microsoft, eine als ShieldBreak bekannte Zero-Day-Lücke zu patchen, die der umstrittene Sicherheitsforscher NightmareEclipse zuvor veröffentlicht hatte.

    Bei dem Versuch, das Problem zu beheben, beschädigten die Entwickler offenbar eine Kernkomponente des Scanners. In der Windows-Ereignisanzeige taucht vermehrt der Fehlercode 0x000005 auf, wie Nutzer auf Reddit berichten. Er verweist direkt auf die Datei mpengine.dll. Das Modul ist das Herzstück des Defenders. Betroffen sind vor allem Systeme mit den Defender-Versionen v1.1.26070.7 und v1.1.26080.2 in Kombination mit den folgenden Signatur-Updates der vergangenen Tage:

    • 1.457.222.0
    • 1.457.225.0
    • 1.457.226.0
    • 1.457.227.0
    • 1.457.230.0

    Übergangslösungen für Nutzer

    Aktuell gibt es noch keine offizielle Stellungnahme oder einen Hotfix seitens der Entwickler aus Redmond. Die bekannten Standard-Reparaturwerkzeuge für Systemdateien können den Fehler nicht beheben. Wer sein System dennoch auf Schadsoftware prüfen möchte, kann auf eine benutzerdefinierte Überprüfung einzelner Ordner zurückgreifen. Das manuelle Scannen von ausgewählten Verzeichnissen funktioniert weiterhin absolut fehlerfrei.

    Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Betriebssystem über einen Systemwiederherstellungspunkt auf einen Stand vor dem Update zurückzusetzen. Das behebt den Fehler temporär, birgt jedoch den Nachteil, dass die ursprüngliche Zero-Day-Lücke auf dem PC wieder offensteht. Anwender müssen nun abwarten, bis Microsoft ein korrigiertes Signatur-Update über die Update-Funktion verteilt, das den Scanner repariert. Natürlich kann auch Drittanbieter-Software zum Scannen des Systems verwendet werden.

    Seid ihr von den Abstürzen des Defenders betroffen und wie geht ihr mit der Situation um? Teilt eure Erfahrungen zu dem fehlerhaften Update gerne unten in den Kommentaren mit uns!

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    Zusammenfassung
    • Ein fehlerhaftes Update legt die Scan-Funktion des Windows Defenders lahm
    • Schnellscans brechen unerwartet bei etwa 75 bis 80 Prozent ab
    • Fehlercodes verweist direkt auf die wichtige Systemdatei mpengine.dll
    • Ursache ist wohl die versuchte Behebung einer kritischen Sicherheitslücke
    • Ein offizieller Hotfix von Microsoft steht bisher nicht bereit
    • Nutzer können als Übergangslösung manuelle Ordnerprüfungen verwenden

    Siehe auch:
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